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Am 23. Juni 1864 hat Weihbischof Dr. Johann Baudri aus Köln unsere Hubertuskirche feierlich konsekriert, d.h. geweiht. Die 12 Apostelleuchter an den Wänden der Kirche erinnern daran, dass an diesen Stellen das Gotteshaus mit dem Hl. Chrysam gesalbt wurde. Durch die Weihe wird eine Kirche dem weltlichen Gebrauch entzogen. Sie wird zum Haus Gottes, zum Abbild des himmlischen Jerusalem. Seit 150 Jahren brennt in unserer Kirche das Ewige Licht, das auf die Gegenwart Christi im Tabernakel hinweist. Seit 150 Jahren wird in unserer Kirche das Hl. Messopfer für die Lebenden und Verstorbenen gefeiert, die Sakramente der Taufe, Firmung und Ehe gespendet und die Gläubigen in der Beichte mit Gott versöhnt.
Unser schönes Gotteshaus hat 2 Weltkriege überstanden. Mit Trauer erlebten wir 1994 den Abriss des Turmes, mit Freude die Errichtung des Glockenträgers mit dem schönen Klang der neuen Bronzeglocken. In Dankbarkeit hat unsere Pfarrgemeinde am Sonntag, dem 22. Juni 2014, das 150. Kirchweihjubiläum mit einem feierlichen Pontifikalamt unter der Leitung von Weihbischof Dr. Gerd Dicke und einem anschließenden Empfang im Hubertushaus begangen. 

Hier einige Links zu Presseberichten der Stolberger Zeitung über unser Jubiläum:

 

Grußwort von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff zum 150-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche St. Hubertus in Stolberg-Büsbach


Liebe Schwestern und Brüder!

Heute feiern wir ein Fest: wir feiern das 150jährige Jubiläum der Pfarrkirche St. Hubertus zu Stolberg-Büsbach.
Wenn wir dem Ortskern Büsbachs näher kommen, dann sehen wir schon von weitem auf erhobenem Platz die Pfarrkirche. Sie ist wie ein Fingerzeig, der uns zum Himmel weist. Die Kirche erhebt sich über die Häuser und Arbeitsstätten der Menschen. Sie bildet die Mitte unseres Ortes und die Mitte unserer dörflichen Gemeinschaft. Sie schafft Heimat, weil sie mitten im Leben der Menschen steht und weil sie uns über dieses Leben hinaus auf den Himmel weist.
Die Glocken der Kirche rufen uns zu Gebet und Gottesdienst. Wir versammeln uns in der Kirche, um allein oder in Gemeinschaft zu Gott zu beten und ihn zu feiern. Wir betreten die Kirche und zeichnen über uns mit geweihtem Wasser das Kreuz. Es erinnert uns an die Taufe auf den Namen des dreifaltigen Gottes. Es erinnert uns an die heiligmachende Gnade, die Gottes Güte uns geschenkt hat. Es erinnert uns an die Reinigung von Schuld, wie auch die Beichtstühle uns mahnen, die innere Freiheit von Sünde und Schuld zu gewinnen, immer wieder neu uns dem Umkehrruf Jesu zu stellen. In Ehrfurcht knien wir nieder und beten vor Gott. Wir breiten ihm unsere Freuden und Leiden aus; wir suchen bei ihm Trost und Hilfe; wir preisen Gott und danken ihm.
Wir erinnern uns: viele von Ihnen sind in dieser Kirche getauft und gefirmt worden; viele haben hier die Erste heilige Kommunion empfangen; viele haben sich hier das Ja-Wort für eine christliche Ehe gegeben. Viele haben wir von hier aus auf dem letzten Gang zum Friedhof begleitet. Hier ist die Mitte unseres christlichen Lebens. Hier hören wir Gottes Wort, hier feiern wir die Sakramente Christi und der Kirche, hier feiern wir Eucharistie und verbinden uns in den gewandelten Gaben von Brot und Wein, empfangen den lebendigen Christus und werden Gemeinschaft der Kirche, Leib Christi. Gottes Wort gibt uns Orientierung für unser Leben in Ehe und Familie, in Gemeinde und Gesellschaft. Christi Leib und Blut stärkt uns gnadenhaft für unseren Lebensweg.
Ohne Kirche ist Glaube schwer zu leben. Weil sie uns Glauben schenkt, Hoffnung weckt und Liebe entzündet, finden wir Orientierung. Wir leben nicht vom Brot und Genuss allein, nicht von der Sucht nach Geld, Ansehen und Macht und schon gar nicht von der Anbetung gottwidriger und teuflischer Mächte und Verführung. Wir haben Glauben nötig, der uns ein vernünftiges Leben führen lässt, der uns zur Solidarität mit den Armen und Kranken ruft, der uns das Geschenk tief verbundener Gemeinschaft schenkt.
Deshalb, liebe Christen und Christinnen, Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, brauchen wir Feier und Fest auch und gerade in der Kirche. Wir brauchen die festliche Liturgie mit Orgelklang und Chorgesang, mit Gebeten und den vielfältigen Diensten zum Lobe Gottes, zu Bitte und Dank. Der Altar ist die Mitte, um die wir uns versammeln und beten: „Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen. Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott.“ (Ps 84, 2-4)
Unsere Vorfahren haben gewusst und auch Sie ahnen es, was die Kirche für unser Leben bedeutet. Gerade Sie haben immer wieder an der Kirche gebaut und sie verschönert, wenn sie zerfiel und wenn Kriege sie zerstörten. Sie waren und sind lebendige Steine am Bau der Kirche, die Christus als Grund- und Schlussstein zusammenhält. Möge der lebendige Gott Sie alle zusammenführen zu Gebet und Orientierung für Ihr Leben und Ihren Glauben, für Ihren Zusammenhalt im Dorf und für die Solidarität mit den Armen.
Gern bin ich geistig in dieser Stunde mit Ihnen verbunden in der Freude des Glaubens und der Glaubensgemeinschaft.

Ihr + Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen